In der Umgebung von Habartov und Lítov befindet sich eines der reichhaltigsten Vorkommen an Quarzitblöcken, die im Volksmund „Sluňáky“ genannt werden. Die interessantesten und größten Steinblöcke sind nördlich des Ortes zu sehen, bei einem Spaziergang durch den Wald zwischen Habartov und dem Stadtteil Kluč. Der größte unter den Großen wird seit jeher „Großer Stein“ genannt und hat beeindruckende Ausmaße: Der über das Gelände hinausragende Teil ist 7,4 Meter lang, bis zu 5,6 Meter breit, bis zu 3,2 Meter hoch und wiegt etwa 210 Tonnen.
Auf dem Gipfel des „Großen Steins“ befinden sich mehrere Felsmulden, die durch Verwitterung und Abtragung weniger widerstandsfähiger Gesteinsanteile entstanden sind. Der Ursprung der Habartov-Findlinge reicht bis in die Ablagerungszeit der Starosedelská-Formation vor 34 Millionen Jahren zurück. In dieser Zeit kam es zur Ablagerung und Verdichtung von grobkörnigem und feinkörnigem Kies und Sand eines prähistorischen Flusses. Beispiele für diesen geologischen Prozess sind aus dem Tal des Flusses Svatava in der Umgebung der gleichnamigen Ortschaft und insbesondere aus dem Tal der Ohře bei Staré Sedlo bekannt, nach dem die Schichten benannt wurden.
Unser Gebiet lag zu dieser Zeit weiter südlich. In dem sehr warmen Klima kam es zur kaolinischen Verwitterung von Schiefergneisen, wobei die freigesetzten silikatischen Stoffe Geröll, Kieselsteine und Sandkörner miteinander verbanden. Während weiche Gesteine im Laufe der Zeit verwitterten und abgetragen wurden, haben die harten und widerstandsfähigen Quarzbrocken bis heute überdauert.
Der „Velký kámen“ (Großer Stein) bei Habartov ist wahrscheinlich der größte Sluňák in der Tschechischen Republik. Solche Felsformationen kommen vereinzelt im gesamten Böhmischen Massiv vor; bekannt sind sie beispielsweise aus der Region um Kadaň, Most, den südböhmischen Becken oder der Region um Pilsen. Als Zeugen der geologischen Vergangenheit unserer Region verdienen sie auf jeden Fall Beachtung.
Text und Foto: Petr Uhlík
Text übernommen aus der Zeitschrift Arnika
Foto 1: Der Große Stein – der größte der Habartov-Quarzite Foto 2: Zusammengewachsene Felsmulden auf dem Gipfel des Großen Steins Foto 3: Ein weiterer der Habartov-Quarzite im Wald nördlich der Stadt